Prozessionen zu Maria Himmelfahrt

Marias Aufnahme in den Himmel

Mariä Himmelfahrt oder auch die "Vollendung Mariens" ist ein hochrangiges Fest der katholischen Kirche, dass in vielen meist katholisch geprägten Ländern der Erde gefeiert wird.


Die Wurzeln des Feiertages

Kyrill von Alexandria war ein Heiliger und auch ein theologischer Lehrer aus dem 5. Jahrhundert. Er führte das sogenannte Marienfest ein, auf das Mariä Himmelfahrt zurück geht. Erst im 6. Jahrhundert wurde die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel" bezeugt und dann um 1950 sogar zum Dogma erhoben. Papst Pius XII gab damals eine Konstitution bekannt, die sich Munificentissimus Deus nannte.

Tatsächlich sind in der Bibel keinerlei beweisträchtigen Niederschriften zu finden aber Andeutungen gibt es hingegen sehr wohl. In den apokryphen Evangelien wird beispielsweise berichtet, dass Maria nach ihrem Tod von Aposteln bestattet worden sein soll. Das Grab wurde mit einem schweren Stein verschlossen aber Christus habe Maria schon bald danach herausgerufen und gen Himmel geführt.

Mariä Himmelfahrt in der Kunst

Dormitio ("Entschlafen") ist eine Bezeichnung für eine Kunstrichtung in der klassischen Kunstgeschichte. Immer wieder wird hier der Tod Marias in Anwesenheit der Apostel dargestellt. Typisch für diese Art der Gemälde ist auch die Sterbekerze, der Weihwasserwedel, Weihrauch und Schriftrollen, aus denen gelesen wird. Auf manchen Bildern ist auch Christus selbst zu sehen, wie er Maria in den Himmel hilft. Sie ist dabei teilweise in der Gestalt eines Säuglings abgebildet.

Prozession in
Maria Vesperbild

Alle Jahre wieder ist die Prozession der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild in Schwaben einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten zu Maria Himmelfahrt.

Die Prozession ist ein großartiges Symbol für die Volksfrömmigkeit in Süddeutschland. Organisiert wird die Lichterprozession seit 1988 vom Geistlichen Wilhelm Imkamp. Tausende nehmen jedes Jahr an der Prozession die auch 2014 wieder vom Musikverein Ziemetshausen mit Blasmusik begleitet teil.

Die Marienfigur kann dabei in einem riesigen Meer aus Rosen und weißen Orchideen bestaunt werden.

Fatima-Schiffsprozession
auf dem Bodensee

Seit der ersten, im Jahr 1979 vom Italiener Ferdinand Andreatta an der Bodenseedreiländergrenze organisierten Schiffsprozession zog diese Jahr für Jahr mehr Gläubige an.

Bis zu viertausend Pilger nehmen an der Prozession mit 6 Schiffen teil. Die Prozession beginnt stets abends um 8 Uhr und endet gegen 10 Uhr. Die Schiffe fahren in einer Sternfahrt von Bregeny, Rohrschach und Lindau. Sobald die festlich geschmückten Schiffe den Treffpunkt auf der Mitte des Bodensees erreicht haben, erteilt ein Geistlicher nach einer Ansprache den Pilgern den traditionellen Kräutersegen. Anschließend zu Ehren der Gottesmuter ein Feuerwerk statt.